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Zwischen Alt und Neu

Für Jordi Roset ist ein Raum nie nur eine Ansammlung von Objekten. Er ist ein Dialog zwischen Architektur, Licht, Materialien und den Geschichten, die sie mit sich tragen. Historische Objekte, rohe Architektur und modernes Design dürfen nebeneinander existieren, wobei die Begegnung von Alt und Neu eine persönliche und lebendige Atmosphäre schafft.

Wir haben mit ihm über seinen Zugang zu Räumen, Objekten und das feine Gleichgewicht zwischen Geschichte und Gegenwart gesprochen.

Jordi Roset
@where.ismyroom

Kannst du uns ein wenig über dich und dein Interesse an Interiordesign und Architektur erzählen?

Ich betreibe meinen Instagram-Account als ein Universum für Interieur-Inspiration und Wohnraumgestaltung mit Fokus auf Interior, Design, Fotografie und Home-Styling. Parallel dazu habe ich The Vintage Project mitbegründet, eine sorgfältig kuratierte Boutique mit Vintage- und Designermode für Männer.

Meine Faszination für Räume entspringt der Art und Weise, wie Materialien, Licht und Geschichte aufeinandertreffen. Ich bin tief fasziniert von industriellen Ästhetiken, roher Architektur und Mid-Century-Design. Für mich ist ein Raum niemals nur statisch. Er ist eine lebendige Leinwand in ständiger Entwicklung, die widerspiegelt, wie wir leben und was wir im Laufe der Zeit wertschätzen.

Wenn du einen Raum zum ersten Mal betrittst, was fällt dir als Erstes ins Auge, und wie beeinflusst das die Art und Weise, wie du ihn einrichtest?

Das Erste, was mir auffällt, ist die Architektur des Raumes; die Deckenhöhe, die rauen Texturen der Wände und vor allem, wie das natürliche Licht den Raum zu verschiedenen Tageszeiten trifft.

Anstatt dem Raum eine vorab definierte Ästhetik aufzuzwingen, lasse ich seinen architektonischen Ausgangspunkt die Einrichtung bestimmen. Ich bevorzuge es, Freiraum um die Objekte zu schaffen, damit jedes einzelne für sich stehen und seine eigene Präsenz entfalten kann, ohne den natürlichen Fluss des Raumes zu stören.

Wie balancierst du Schönheit und Funktionalität, wenn du Möbel und Objekte auswählst? Findest du, dass alles in einem Raum eine Funktion haben muss, oder darf etwas auch einfach da sein, weil es ein bestimmtes Gefühl vermittelt?

Nicht alles muss einen strikt funktionalen Zweck haben. Zwar bildet die Funktion das Fundament eines Raums, doch sind es die Gefühle, die ihn lebendig und inspirierend machen. Ich betrachte Objekte – sei es ein Stück Vintageglas, eine Skulptur oder eine Lampe – als stimmungsbildende Elemente im Alltag. Wenn ein Objekt eine bestimmte Stimmung hervorruft, Tiefe verleiht oder die Art verändert, wie das Licht durch den Raum fällt, dann besteht sein Zweck genau darin, ein Gefühl zu erzeugen.

“Während Funktion das Fundament eines Raums bildet, sind es die Gefühle, die ihn lebendig und inspirierend machen.”

Wie gehst du vor, wenn du Vintage- und moderne Möbel kombinierst, und was denkst du, welchen Beitrag sie jeweils zu einem Raum leisten?

Ich liebe die Spannung zwischen verschiedenen Zeitperioden. Vintage- und Archivstücke verleihen Charakter, Patina und Geschichten, die neuere Objekte schlicht nicht nachbilden können.

Modernes Design bringt hingegen klare Linien, strukturelle Präzision und zeitgemäßen Komfort. Wenn man ein älteres Objekt mit Patina mit modernem Design kombiniert, heben sie sich gegenseitig hervor. Das Alte erhält einen bewussteren Platz im Raum, während das Moderne Wärme und Persönlichkeit erhält.

Welche Rolle spielt das Licht dafür, wie du dein Zuhause erlebst und einrichtest, und wie passt die VETRO-Lampe in dein Interieur?

Das Licht bedeutet ALLES für mich. Es verändert völlig das Raumgefühl eines Interieurs, die Wärme und die Stimmung. Tagsüber bringen das natürliche Licht und die Schatten Leben in den Raum, während abends das künstliche Licht übernimmt und die Atmosphäre bestimmt.

VETRO-Lampe fungiert sowohl tagsüber als skulpturales Objekt als auch abends als warmer, stimmungsvoller Blickpunkt. Das handgefertigte Murano-Glas verleiht eine organische, fließende Textur, die das Licht schön über raue architektonische Oberflächen wie freiliegende Ziegel oder Beton verteilt. Ich liebe den Kontrast zwischen all den rohen Materialien und der Lampe.

Findest du, dass sich deine Herangehensweise an die Einrichtung im Laufe der Zeit verändert hat?

Auf jeden Fall. Wenn wir älter werden, entwickelt sich unser Verständnis von Design, Geschichte, Geschmack und unseren Bedürfnissen im Alltag ganz natürlich. Ich erinnere mich, dass ich früher Räume liebte, die voller Gegenstände und Details waren. Heute ist mein Ansatz weitaus bewusster und von Schlichtheit geprägt. Ich wähle weniger Dinge, aber jedes einzelne hat eine stärkere Präsenz und erzählt so viel mehr.

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